Mörderische Polizeigewalt in Deutschland

Wir möchten euch hier auf die Initiative „Death in Custody“ aufmerksam machen, die Todesfälle in Polizeigewahrsam dokumentiert. Ihre Recherche zählt mittlerweile über 180 Todesfälle von People of Color in Gewahrsamssituationen seit dem Jahr 1990.

Jüngstes Beispiel hierfür ist die Repression gegen Gefangene in der JVA Moabit. Solidarischen Mitgefangenen ist es zu verdanken, dass die Todesumstände von Ferhat Mayouf überhaupt öffentlich bekannt geworden sind. Ferhat Mayouf wurde am 23. Juli 2020 durch einen Zellenbrand in der JVA Moabit getötet. Die Mitgefangenen decken Widersprüchlichkeiten auf, machen die JVA Moabit für seinen Tod verantwortlich und müssen ihren Einsatz für die Aufklärung mit verstärkten Schikanen wie Zellenrazzien bezahlen.

Auch bei Qosay Sadam Khalaf, der im Alter von 19 Jahren im März 2021 bei einem Polizeieinsatz in Delmenhorst getötet wurde, werden Augenzeug*innenberichte über das brutale Vorgehen der Polizei ignoriert. Das Ermittlungsverfahren gegen die diensthabenden Beamt*innen wurde mittlerweile eingestellt, viele Fragen bleiben offen.

Wir fordern:

– Das Töten muss aufhören! Das Recht auf Leben von People of Color muss geschützt und verteidigt werden!
– Erinnern wir an die vielen Verstorbenen, um das von Täter-Opfer-Umkehr geprägte staatliche Narrativ zu destabilisieren! #SayTheirNames!
– Schluss mit der Vertuschung staatlicher Verbrechen! Aufklärung jetzt!

Außerdem drängt sich an dieser Stelle die Frage auf, ob eine Polizei, die Kapitalverbrechen regelmäßig selbst verursacht, und deren interne Strukturen diesen Missstand weder erkennen noch entschieden bekämpfen, sondern vielmehr vertuschen, in dieser Form für eine demokratische Gesellschaft überhaupt noch tragbar ist.

Mehr Infos zur Initiative Death in Custody:
Website: Link
Twitter: Link

 

Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung der Initiative „Death in Custody“ mit dem Titel „Mörderischer Rassismus in Deutschland: Über 180 Menschen wurden seit 1990 durch 
Gewahrsam oder Polizei getötet. Pressemitteilung der Bündniskampagne Death in Custody anlässlich des Jahrestages der Ermordung von George Floyd.“

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